Die Verwendung des Lavendels

Der Lavendel hat auch eine heilende Wirkung, die man auf unterschiedlichste Art für seine eigene Gesundheit einsetzen kann. Je nachdem, was man erreichen möchte, kann auf unterschiedliche Anwendungs- und Darreichungsformen zurückgegriffen werden.

Da das ätherische Öl des Lavendels die meisten heilsamen Stoffe enthält, wird es überwiegend zu Heilzwecken verwendet. Es gibt aber auch ein sogenanntes Lavendelhydrolat, das man überwiegend für kosmetische Zwecke und für Parfüms verwendet. Tinkturen, Tees und ein Fluidextrakt gelten als besonders schonende Art, den Lavendel für gesundheitliche Zwecke zu verwenden. Und schließlich gibt es noch die homöopathische Anwendung des Lavendels, was den meisten Menschen unbekannt sein dürfte.

Und noch etwas: Der Lavendel wirkt durch sein Aussehen und seinen Duft ebenfalls auf unsere Psyche ein, allein das Vorhandensein einer Lavendelpflanze kann kranken Menschen schon neue Kraft spenden, wieder gesund zu werden.

Das ätherische Lavendelöl

Man kennt das ätherische Lavendelöl vielleicht schon aus der Duftlampe oder aus der Aromatherapie. Der Geruch ist exakt der, den auch die Pflanze verströmt.

Lavendelöl findet Anwendung als Hautöl, als wohlriechender Badezusatz, in der Duftlampe, für Aromamassagen, zur Inhalation, als Duft- und Wirkstoff in Salben und Cremes und in Parfüms.

Man gewinnt das Lavendelöl durch eine sogenannte Wasserdampfdestillation.
Bei diesem Herstellungsverfahren werden die Inhaltsstoffe sehr schonend gewonnen und aufgefangen.

Das Lavendelwasser

Das Lavendelwasser, das viele nicht kennen, ist ein wohlriechendes und erfrischendes Duftwasser. Es ist ein mit Wasser verschütteltes, d.h. vermischtes, Lavendelöl, das es fertig zu kaufen gibt oder das man auch selbst herstellen kann.

Das Eau de Cologne ist das wohl bekannteste Lavendelwasser.
Da in solchen Lavendelwassern Alkohol enthalten ist, sollte man bei der Hautpflege vorsichtig damit sein.

Ein Rezept für ein Lavendelwasser

Vermischen Sie: 90 Tropfen Lavendelöl, 2 Tropfen Lavendel Absolue, 1 Tropfen Rosmarinöl, 1 Tropfen Orangenblütenöl, 1 Tropfen Geraniumöl, 1 Tropfen Benzoe Absolue 80%, 100 ml 80%igen Alkohol.

Eine Lavendel-Tinktur

Eine Tinktur ist ein alkoholischer Auszug aus Lavendelblüten. Man kann eine solche Tinktur fertig kaufen oder auch selbst herstellen, indem man ca. 200 Gramm Lavendelblüten in einen Liter Wodka oder Korn gibt, Hauptsache hochprozentig, und vier bis sechs Wochen stehen lässt. Ab und an durchschütteln und nach der Ansatzzeit abfiltern.

Im Gegensatz zum ätherischen Öl enthält eine Tinktur Inhaltsstoffe, die man im ätherischen Öl nicht findet, zum Beispiel Bitterstoffe.

Solche Bitterstoffe sind sehr wertvoll, wie zum Beispiel das im Lavendel aufzufindende Tannin, das unsere Stimmung aufhellen kann, beruhigend wirkt und uns innerlich stärkt.

So kann man täglich dreimal je einen Teelöffel mit einem Esslöffel Wasser zusammen einnehmen, um diese Wirkung zu erhalten.

Vorsicht:
In Tinkturen ist meist hochprozentiger Alkohol enthalten. Bitte bei Kindern, schwangeren Frauen und trockenen Alkoholikern möglichst nicht anwenden.

Die Blüten

Lavendelblüten kann man kaufen oder, was natürlich wesentlich schöner ist und mehr Spaß bringt, selbst sammeln.
Lavendelblüten kann man für Dekorationen verwenden, zur Raumbeduftung, für Bastelarbeiten, für Duftsäckchen, oder sogar als Gewürz.

Aus den Blüten lässt sich außerdem ein wunderbarer Tee herstellen. Ein solcher Tee hilft zum Beispiel bei psychischen und körperlichen Beschwerden - Migräne, Kopfschmerz, schlechter Stimmung, Beschwerden mit dem Magen, auch bei Ein- und Durchschlafproblemen.

Einen Lavendeltee stellt man ganz einfach her:
Nehmen Sie einen Teelöffel getrockneter Blüten oder zwei Teelöffel frischer Blüten und überbrühen Sie sie mit einer Tasse kochendem Wasser. Decken Sie den Tee ab, damit die ätherischen Öle nicht entweichen.

Nach ca. 15 Minuten ist der Tee fertig und kann abgeseiht werden. Übrigens: Am Deckel, mit dem man abgedeckt hat, hat sich ätherische Öl gefangen, das man wieder in den Tee geben sollte.

Lavendeltee senkt Fieber, treibt den Schweiß, beruhigt die Nerven und wirkt entgiftend.

Da der Tee aber eher nicht sonderlich gut schmeckt, setzt man ihn oft in Teemischungen ein, damit man von seiner Wirksamkeit profitieren kann.


Der Lavendel in der Homöopathie

Lavendel wird auch in der Homöopathie verwendet. Die homöopathischen Mittel haben eine überwiegend geistige Wirkung, so helfen sie zum Beispiel bei einem zu geringen Selbstvertrauen oder bei geistiger Unentschlossenheit.

Ängstliche Menschen, die sich immer an anderen Menschen orientieren, weil sie der Meinung sind, selbst unrecht zu haben, oder Menschen, die sich von anderen nicht mehr herumschubsen lassen wollen, können ein solches Mittel verwenden.

 

Das Lavendelöl in der Aromatherapie

Die Aromatherapie ist die Lehre von der Anwendung der ätherischen Öle. Zu diesen ätherischen Ölen gehört auch das Lavendelöl, und nicht ohne Grund ist es eines der bekanntesten und beliebtesten Öle überhaupt.

Das ätherische Öl des Lavendels hat aber noch weit mehr Anwendungsgebiete, hier nur einige davon:

  • Zur Entgiftung des Körpers
  • Gegen Schwangerschaftsstreifen
  • Einfache Beingeschwüre
  • Kopfschmerzen
  • Zur Behandlungen von Wunden
  • Erkältungen
  • Akne
  • Hautkrankheiten
  • Geschwüre
  • Es ist krampflösend
  • Fisteln
  • Lungenkrankheiten
  • Muskelzerrungen
  • Rheumatische Beschwerden
  • Insektenstiche
  • Migräne
  • Verbrennungen
  • Fußpilz
  • Tier-und Schlangenbisse
  • Es ist regenerationsfördernd
  • Es ist entzündungshemmend
  • Es verringert die Narbenbildung

So kann man etwa auf Wunden einen Verband legen, den man vorher in einer Flüssigkeit von einem Glas abgekochten Wasser und 20 Tropfen Lavendelöl getränkt hat.

Mehr Rezepte finden Sie hier...

 

 

 

 

 

Wenn man nachts nicht einschlafen kann, weil man ständig grübert und nicht abschalten kann, gibt es folgenden Trick: Reiben Sie einige Tropfen Lavendelöl auf Ihre Schläfen, denn das beruhigt und entspannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Einschlafen eignet sich auch folgende Teemischung:

Nehmen Sie 20 Gramm Lavendel blüten, 10 Gramm Melissenblätter und 10 Gramm Baldrianwurzeln.

Stellen Sie aus dieser Mischung, ein Teelöffel davon genügt, eine Tasse Tee her und trinken Sie ihn, gut warm, eine halbe Stunde bevor Sie zu Bett gehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hildegard von Bingen empfahl bei andauernden Konzentrationsstörungen einen Lavendelwein, den man wie folgt herstellt:
Kochen Sie einen
Esslöffel Lavendelblüten in 500 ml Wein auf, dann abkühlen lassen und abseihen. Täglich ein Gläschen davon trinken.